September 24, 2022

Es ist wirklich schwierig, die unfassbare Leere, die bei Magick Male in der Community vorherrscht, in Worte zu fassen. Aufgefüllt wird diese Leere dann durch Aggression und Spastengehabe, übergriffig bis zum Exzess.

Und ganz vielen, unerlöster Themen, die auf Außenstehende projiziert werden.

Wie oft habe ich in meiner Kindheit erlebt, was sich hinter diesem Gehabe wirklich verbirgt. Tiefste Verunsicherung. Eingestehen will sich das in diesem Verein natürlich niemand, und wie könnten sie das auch? Ich selbst habe erlebt, wie stark ich an meine Grenzen gekommen bin, wenn es jemand wirklich schlecht geht, oder Teilnehmer beschreiben, dass es Ihnen nach zig Workshops immer noch schlecht geht.

So weit, so gut. Was Magick Male und Orlando dabei aber so unbeschreiblich gefährlich macht, ist die „Sektenstimmung“, die Orlando durch seine Ausstrahlung und der Anspruch, tiefste Themen aufzulösen. Orlando greift tief, holt heftigste, emotionale Themen hoch, das macht er alleine durch seine Ausstrahlung und seinen Anschluss an tiefe Intuition (wer es nicht glaubt, besucht bitte mal einen Workshop, dann reden wir weiter).

Und er ist sich selbst nicht klar, was er damit zutage fordert, und überschaetzt sich komplett in seinen Fähigkeiten, Menschen dabei zu helfen und zu begleiten, diese dann auch wirklich aufzulösen.

Gigantische Sprueche, und eine Community im Mangel

„Für manche ist es die Reise vom Jungen zum Mann, für manche aber nur die Reise vom netten Jungen zum Arschloch. Neider, Futzis. Und das ist so peinlich, für alle Beteiligten!“ (Orlando Owen, Foundations Seminar)

Bingo! Dieser, zugebenermaßen sehr hohe Anspruch, den Orlando an sich und seine Teilnehmer setzt, ist absolut spot on. Und leider ein absoluter Spiegel der Community. Wer eine blöde Schulklasse, gemischt mit zynischen Schülern einmal erlebt und zu lieben gelernt hat, der hat die Magick Male Community noch nie erlebt.

Der kleine Nachteil an der Sache? Diese Community nimmt sich nun auch noch zum Anspruch, hoch spirituell zu sein, gemischt mit dem typisch-Orlandischen „Gib niemals deine Macht ab“, „widersprich mir nicht (und wenn doch, dann nehme ich es im besten Falle nicht ernst)“.

„Drei Phasen, wie bei einem Raubtier. Kommst du ein paar Meter nah ran, wird es aufmerksam. Kommst du dann noch näher, geht es in Drohstellung. Kommst du dann noch etwas näher, greift es sofort an.“

Weil viele Magick Males mit harten Themen aber chronisch unter Druck stehen, und niemals in der „Opferrolle“ sein möchten, wird ist das destruktive Potenzial dieser Community kaum noch zu unterschätzen. Alle folgen irgendeiner wagen Vorstellung davon, was es gerade zu tun gibt, was gerade der Kontext und das Ziel. Viele bringen ihre privaten Kleinkriege mit in die Community und erwarten, dass diese sie auffängt. Gleichzeitig möchte sich aber auch keiner so richtig öffnen.

Eine richtige Community gibt es eigentlich nicht. Das, was von Magick Male online zu sehen ist, ist entweder seicht und oberflächlich, oder unbeschreiblich aggressiv. Kombiniert mit Konzepten wie dem „wilden Mann“ (vergleiche das Programm „Mann-Bewusst-Sein“ bzw. MBS), die unglaublich unkonkret und schwierig zu durchschauen und zu integrieren sind, und die Mischung ist explosiv.

Anstatt diese Kämpfe aber dann individuell untereinander auszutragen, versuchen viele, irgendwie innerhalb der Gruppe Support zu erhalten. Sich dieser Gruppendynamik zu entziehen, ist unglaublich schwierig, wenn ein Teilnehmer wirklich tief in einem Thema dranhängt. Es lässt sich festhalten:

– Je tiefer das aktive Thema bei einem Teilnehmer, desto intensiver der Wunsch, irgendwo dazuzugehören. Der intensive Pull, den Orlando, Team und – in ihren destruktiven Phasen – die Community aufbaut, verstärkt diese Dynamiken massiv.

– Je tiefer ein Teilnehmer hineingezogen wird, desto weniger trifft er wirklich eigene Entscheidungen, die gut für ihn sind.

– Je tiefer die „Community“ das Ruder übernimmt, desto tiefer wird die Scheiße, in der ein Teilnehmer steckt. Der „Sektenmechanismus“ schlägt zu. Ironischerweise wird ein solcher Teilnehmer so aber noch abhängiger. Die Community ist nämlich gerne einmal der Meinung, der Teilnehmer sei „selbst verantwortlich oder (neues Lieblingswort!) „ in der Opferrolle“.

Stell dir ein schwarzes Loch vor, das dich, je tiefer du hineingerätst, dazu auffordert, dich weniger hineinziehen zu lassen. Und dann gleichzeitig dafür bestraft, wenn du wieder herauszukommen versuchst.

Übernimmt Verantwortung für das große Ganze! Sei weniger Bubi und auf deine eigenen Themen interessiert.

Wer dann aber versucht, in dieser Community aufzugehen, oder ein neues Zuhause zu finden, der wird sein blaues Wunder erleben. Die meisten Magick Males sind – zumindest im Kontext der großen Gruppe – absolut zufrieden darin, zusammen herumzuhocken und sich cool zu fühlen.

Menschliche Eigenschaften, wie pampig zu werden, verzweifelt zu sein – alles Dinge, die ja wohl absolut zum Thema „Selbstakzeptanz“ gehören – sind unter „Männern“ offenbar verpönt.

Männer, die in ihrer Power stehen? Auf welchem Planeten denn?

Wer eine Bande von Spacken kennenlernen will, die – zumindest im großen Ganzen – nichts vom dem leben, was in den Programmen von Orlando gepredigt wird – dem sei die „Community“ wärmstens empfohlen.

„Andere Männer nicht mehr als Konkurrenten sehen“, „helft euch gegenseitig“? Pustekuchen. Die Community leidet unter allem, worunter alle großen Gruppe leiden, die zwar irgendwie den gleichen Konzepten folgen, aber sie alle anders verstehen und unter anderen Bedingungen starten.

Da müsst ihr gar nicht groß in Richtung „Social Justice Warriors“ hetzen, Jungs. Euren kleinen „Safe Space“ braucht ihr selbst, sonst könnt ihr euch gar nicht als echte Alphamänner fühlen.

Fazit: Meine geliebten Magick Males verstehen ihre eigene Opferrolle als Stärke.

Ich denke, dass jeder auch nur einigermaßen verständige Mensch niemals in so eine Situation geraten möchte. Ob der Lehrer, der seine Schüler in dieselbe Scheiße hineinziehen möchte, in der er selbst steckt (und sich dabei einbildet, ein echter „wilder Mann“ zu sein, wenn er einen Schüler angreift und bestraft, der garantiert mehr in seiner Männlichkeit steht als der gute Jonathan Dressner selbst), oder der Typ, der mit Autokorsos und „Friedensfahrzeugen“ (und was auch immer er da macht) versucht, die Illuminaten zu besiegen …

Oder das Teammitglied, das Verantwortung und Männlichkeit damit verwechselt, sich in das Drama von Frauen hineinziehen zu lassen…

… Sie alle stecken selbst in teuflichen Fallen fast. Anstatt dass Magick Male ihnen dabei hilft, aus diesen Fallen wieder herauszukommen – mit allen Mitteln, die nötig sind – wird der Teilnehmer noch darin bestärkt, ja geradezu dazu genötigt, Vollgas zu geben.

Wieviele „Magick Males“ in Machtpositionen, oder auch nur als „Kumpels“, ihre Mitmenschen traumatisieren, möchte ich mir gar nicht ausmalen.

Wer Kritik ausübt und euch diese Todesfallen aufzeigt, wird niedergemacht. Abartiger und bösartiger geht es kaum mehr.

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