März 5, 2024

Ich habe in meinem Leben häufig gehört, dass ich “keinen roten Faden” habe, oder “in Rätseln spreche” – von den Menschen, die es noch irgendwie gut mit mir meinen. Andere sind da härter deutlich drauf.

Wieder andere sagen, dass “vernetztes Denken” und “Zusammenhänge erkennen” die besondere Gaben von ADHSlern wie mir sind. Ob das stimmt, weiß ich nicht so genau, mir hat es meinen inneren, “roten Faden” und meinen Verstand und meine emotionale Gesundheit schon längst gegen die Wand gebrettert.

So. Wie komme ich jetzt davon zu dem, was in der Überschrift steht?

Der “Russland-Putsch” – So, oder doch ganz anders?

Für Orlando sind Putin und Donald Trump ja die ultimativen Kämpfer für Wahrheit, Freiheit und natürlich gegen die Illuminaten. Auch offensichtliche Widersprüche wie die Tatsache, dass es Donald Trump war, der die “Todesimpfung” in Auftrag gegeben hat, versucht er irgendwie wegzuerklären: Angeblich hätte es ohne MRNA-Impfstoffe einen wochenlangen Total-Lockdown mit massigem Lagerkoller gegeben, wäre sie nicht eingeführt worden.

Wow. Wirklich schwierig, eine Story auch gegen massive Gegenbeweise aufrecht zu erhalten.

Nun tut die Mainstream-Presse ja irgendwie auch genau das – Eine Story, oder eine “Haltung” durchboxen, egal, wie es sich so mit den Tatsachen oder Zahlen, Daten und Fakten so verhält.

Ganz ähnlich verhält es sich mit dieser komischen Geschichte mit dem versuchten “Russland-Putsch” der Wagner-Soldaten. Laut Mainstream-Presse hätten sie versucht, gegen Putin zu rebellieren, und nur der weißrussische Präsident hätte mit Friedensverhandlungen das schlimmste verhindern können.

Oder war es vielleicht doch in Wirklichkeit ganz anders, und wir sind russischer Propaganda zum Opfer gefallen?

Twitter hat seine eigenen Theorien

Auf Twitter machen da allerdings allerhand “alternative” Theorien die Runde. Anbei exemplarisch ein Screenshot, das irgendein Twitterer von irgendwo kopiert hat, die Kurzversion einer Behauptung geht ungefähr so:

  • Die ganze Sache war inszeniert, um die Wagner-Truppen in ein anderes Gebiet zu verschieben, ohne dabei aufgehalten zu werden
  • Die Ukraine und die “Anti-Russische Fraktion” (wer auch immer das im Detail so sein mag) sollte gleichzeitig verwirrt und demoralisiert werden, indem eine Wende im Krieg vorgetäuscht wurde
  • Ganz nebenbei wurde auch noch sondiert, wieviele Russen wohl bei einem echten Putsch gegen Putin meutern würden
Einer der vielen “Russland-Putsch-Posts”

Soweit alles klar? Also irgendein machtpolitisches Spiel, natürlich von Putin (oder sonst irgendeiner mächtigen Instanz) inszeniert.

Also spinnt der Held, der gegen die Verschwörung der Illuminaten, Bilderberger, Zionisten oder was weiß der Geier wen kämpft, die den Westen mit Genderirrsinn und “grünem Kommunismus / Faschismus” zerstören möchte, selbst Intrigen.

Immer noch alles klar, oder dreht sich bei dir der Kopf schon, werter Leser?

Einfach nur “kontra” oder “alternativ” sein reicht heute nicht mehr: Twitter, die zweite

Wenn das jetzt schon verwirrend war, für den habe ich noch mehr im Petto. Die ganze Twitter-Geschichte zeigt nämlich noch etwas ganz anderes, wie ich finde:

Ein Orlando Owen (bürgerlicher Name: Roland H. Bellstedt) kam vielleicht lange Zeit damit durch, dass er in irgendwelchen Gruppen von “Alternativen / Unzufriedenen” abgehangen ist. Die können ja bekanntlich auch sehr sympathische Banden bilden, nichts dagegen soweit.

Das Problem: Über das Internet kann inzwischen jeder seine eigene, kleine Wirklichkeit aufbauen. Die Clique hängt dann z.B. bei Twitter oder Telegram ab, jedenfalls solange, bis die entsprechende Social Media-Platform dann den Saft abdreht, wenn es zu abgehoben und gefährlich wird.

Zu gut Deutsch: Es gibt Konkurrenz. Die Deutungshoheit zu erlangen und in der Truppe zu bestimmen, “wo es lang geht”, funktioniert eigentlich nur durch viel, viel Macht – egal wie, egal wo, egal, auf welchem Wege, egal, ob “aus guter Intention” oder einfach nur aus Machtgeilheit.

Wohl dem, der sich irgendwie etwas aufgebaut hat! Es wäre doch schrecklich, in all diesem Chaos seine eigene Bubble hinter sich zu lassen oder gar aus ihr herausgeworfen zu werden, oder?

Die Entwicklung von Orlando und MM: Nur folgerichtig

“Gib niemals dein Macht ab”, ist das Motto, das Orlando ja bekanntlich von seinem Mentor Steven Piccus eingebläut bekommen hat. Sprich: Scheißegal, ob ich jetzt etwas gutes anzubieten habe, im Recht bin, oder ob ich einfach nur ein machtgeiler Bastard bin: Hauptsache, ich bin der Boss!

Gastautor Müller hat es einmal so auf den Punkt gebracht:

Entweder ist ihm sein eigenes Unternehmen entglitten oder er findet tatsächlich Gefallen an dieser Echokammer und seiner Stellung als Führer dieser zunehmend sektenartigen „Männer“gemeinschaft.

Quelle: MM – Ein Erfahrungsbericht

Es ist noch viel schlimmer. Wie viele Menschen, die es geschafft haben, Macht und Status zu erlangen – oder noch schlimmer, sich aus einer Scheißsituation wieder herauszuarbeiten – hat Orlando natürlich keinen Bock, seine Stellung jetzt wieder zu verlieren. Auch, weil er unter “normalen” Internetbedingungen kaum eine Chance hätte, wieder ein (zahlungskräftiges!) Publikum für sich zu gewinnen. Dafür gibt es in seinem Sektor einfach viel zu viel Konkurrenz.

“Sich auf den Weg machen”, “Lebenszweck finden”, “eine solide, innere Basis aufbauen”? Verdammt schwierig in der heutigen Zeit…

Orlando hat oft genug gegen die faulen Deutschen gewettert, die sich einfach nicht auf die Suche nach dem ureigenen Lebenszweck machen wollen, sondern lieber in ihren langweiligen, “sicheren” Bürojobs bleiben wollen. Ein ganzer Workshop wurde über Jahre nicht mehr gegeben, weil sich offensichtlich keine Sau dafür interessiert hat (ich hatte ihn damals, so glaube ich, allerdings buchen wollen).

Alternativ dazu versuchen jetzt gefühlte zehn Millionen Menschen, sich bei Twitter, als Streamer, oder als Influencer einen Namen zu machen. Also schön zuhause auf dem Arsch sitzen und irgendetwas verbreiten, was dann hoffentlich viele Menschen interessiert.

Wahre Männlichkeit, wahrer Lebenszweck, fürwahr.

Fazit: Die Welt wackelt – rette sich, wer kann

Wer es heute irgendwie schafft, Macht zu erlangen, der gibt sie nie wieder her – ganz egal, ob sie noch gutes gibt, oder einfach nur noch Macht der Macht Willen ist. Eigenständig denken nützt nicht viel, oder ist zumindest sehr riskant: Die Informationen, auf die ich mich berufe, könnten ja irgendwie, irgendwo, irgendwann auf was-weiß-ich-wievielen Ebenen verdreht und manipuliert worden sein, und selbst, wenn ich mit etwas Recht behalte, kümmert es spätestens in ein paar Monaten eh kaum noch irgendeine Sau.

Irgendwie schlechte Zeiten, um sich neu aufzubauen, etwas neues zu wagen oder sich von Fremdeinflüssen fern zu halten. Geschweige denn, um eine Familie aufzubauen oder tiefe Freundschaften zu pflegen.

8 thoughts on “Kurz zum Sonntag: Scheißzeiten – Was Twitter, der “Russlandputsch”, und Orlando miteinander verbindet

    1. Eine gute Frage! Ich würde sagen, die Zeiten sind immer dann (relativ) gut, wenn kein allzu krasser Konkurrenzdruck in der Gesellschaft herrscht. Sind die Zeiten schlecht, werden alle gefordert, und das ist dann meistens ein sehr “herausfordernder” Zeitpunkt, Bindungen einzugehen.

      Wer kämpft, der leidet. Und wer leidet, der ist oft nicht unbedingt gesund.

    2. „Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.“

      Kann auch auf andere Situationen angewandt werden 😉

        1. Es heißt besser als nicht besser wie.
          Jede Zeit war besser als die letzten 20 oder 50 Jahre?

          Kleine Auswahl wo ich zumindest heute 1000x lieber bin als damals:
          30 jähriger Krieg, Pest, schwere Hungersnöte in Teilen Deutschlans z.B. im 19 Jahrhundert, Arbeiter sein in der industriellen Revolution, erster und zweiter Weltkrieg sowie allgemein Kriege.
          Wegen des Standes der Medizin war einiges vor 100 Jahren noch lebensgefährlich.

          Du bist da etwas sehr negativem verfangen und ich lade dich ein, die Perspektive zu erweitern.
          Es läuft nicht optimal, aber kriegt man schon hin.
          Kenne viele, die z.B. während COVID Kinder gezeugt haben die sind schon alle ziemlich glücklich.

          Selbstvertrauen= sich vertrauen mit allem fertigzuwerden was auf einen zukommt.

          Freundschaft oder Partnerin mit Kinderwunsch gibt es mehr als genug sowie Möglichkeiten auch global ebenfalls wie Arbeitsmöglichkeiten.

          Kannst es natürlich auch sein lassen, dafür aber “Recht” behalten 🙂

          1. Hast was übersehen und musstest deinen Frust rauslassen?
            Ein Grammatikfehler, omg
            Es war bezogen auf die allgemeine Dynamik zwischen Mann und Frau.
            Wie ich mein Privatleben gestalte ist an meinen Kommentaren nicht rauszulesen. Deshalb gibt es keinen Grund persönlich zu werden.
            Wenn jemand die Zukunft des Westens anders sieht als ich oder auswandern will ist das sein gutes Recht.
            Soll jeder glücklich werden

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