März 5, 2024

Es ist viel geschrieben worden über den sogenannten “Haltungsjournalismus”: Eine Form der Berichterstattung, die eine gewisse “Haltung” oder Meinung durchzuboxen versucht, und kaum Abweichungen in irgendeine Richtung zulässt. Also z.B.: “Ich bin gegen Atomkraft, und alles, was dafür spricht, nehme ich nicht an.”

So eine Vernagelung ist natürlich nicht unbedingt vereinbar mit Kreativität, freier Entfaltung, Diskurs. Es macht einfach keinen Spaß. Und da inzwischen die Begriffe Und Konzepte, für die “Haltung” bewiesen werden sollen, inzwischen immer komplexer und schwammiger geworden sind (“Jeder, der nicht meiner Meinung ist, der ist ein Nazi!”), hat sich die herrschende System tatsächlich zu einer Art “Faschismus” entwickelt.

Traurig daran ist, dass es zur Bekämpfung einer solchen Einstellung offensichtlich eine Gegenbewegung braucht, die genauso vernagelt und zum Teil auch sadistisch veranlagt ist wie das, was eigentlich bekämpft werden soll.

Die Gegenbewegung: Genau derselbe Scheiß

Versteht mich bitte nicht falsch: Die Grundidee, zu seiner Meinung zu stehen, ist eine gute. Wird es eben zur leeren Pose und zur Tyrannei, wenn sich dahinter keinerlei echte Persönlichkeit mehr verbirgt.

“Frauen stehen auf Persönlichkeit”, “Gib etwas ‘von dir’ und trau dich, zu dem zu stehen, was du bist”, “entwickle Charisma”, “finde deinen Lebenszweck und begeistere Menschen”, all das sind die Dinge, für die Orlando einmal stand. Offensichtlich kann das “normale MM-Volk” aber mit diesen Konzepten nur sehr wenig anfangen.

Und so hat sich die ursprüngliche MM-Idee, oder zumindest der Inhalt, inzwischen wohl komplett gewandelt. Unter “Werten” versteht der gemeine Magick Maler wohl inzwischen Dinge wie “leg die Füße nicht auf den Tisch und benimm dich ordentlich”, und was es da noch so alles an dümmlichen, vermeintlich “anständigen” Regeln so gibt.

Die Kampfbegriffe bei MM: Wandelbar wie die eines Linken

Die Kampfbegriffe ändern sich dabei eigentlich ständig. Der Klassiker ist inzwischen natürlich “Opfer”, oder auch “Opferrolle”, was irgendwo zwischen asozialem Gangsterrapper und cholerischem Vater angesiedelt ist

Von “Bubis”, über “Tyrannen” (damit war ich einmal gemeint, als ich zu viel gequaselt habe), von “zu viel Aufmerksamkeit wollen” (Mia Lanze in einem Podcast), von “verhalte dich nicht wie ein kleiner Schuljunge” ist wirklich alles mit dabei. Meistens braucht es aber überhaupt keinen echten Grund für eine Attacke: Es genügt schon, der “Gruppe” irgendwie, irgendwo, irgendwann auf den Schlips zu drehen.

Eben das Paradebeispiel für gefrustete, aggressive Menschen, die im Leben nichts auf die Reihe bekommen. Und statt einem positiven “Lebenszweck” finden so aggressive bis böswillige Lehrer, chaotische Musiker und alles dazwischen seinen Platz. Oder, wie es J.K. Rowling einmal in Harry Potter auf den Punkt brachte: Eine bunte Mischung auf “Schwachen”, die Schutz suchten, über sadistische Rohlinge, bis zu schmierigen “Karrieristen” vom Schlage eines Lucius Malfoy.

Aus Wunden, statt aus guter Intention und Vision handeln

All dies ist ein Symptom dafür, dass hier eine echte “Vision”, Perspektive, Lebenszweck und wie der Geier es noch genannt werden kann, fehlt. “Diese Dinge sind so weit von euch weg, dass schon in Panik geratet, wenn es auch nur in die Nähe dieser Themen geht”, sagte Orlando dazu sinngemäß in einem Podcast.

An Stelle dessen tauchen dann die üblichen, “halb-preußischen” Werte auf. Natürlich kann daraus nur sehr wenig Charisma erwachsen, es sei denn, man will unbedingt die Ausstrahlung eines kleinen Aso-Chefs oder so haben. Also genau das, was so vielen (inklusive mir) das Leben zur Hölle gemacht hat.

Ich denke, dass erst hinter den Wunden das “wahre Selbst”, und die ganze Schönheit der Welt und all die tollen, tiefen Gefühle sichtbar werden, die so viele eigentlichen suchen.

Es gibt hier allerdings einen Widerspruch, der mich doch sehr irritiert hat. Im Mann-Bewusst-Sein spricht Orlando davon, dass “Wunden” eigentlich der größte Schatz sind, und aus diesen die “wahre Magie” entsteht. “Magie entsteht im Schmerz”, zitiert Orlando einen Film.

Daher einmal eine Frage an die Magick Maler, die vielleicht mitlesen. Wie passen diese beiden Dinge zusammen? Was haben “Wunden” und Verletzungen mit Konzepten wie Lebenszweck, Vision usw. zu tun?

Schreibt es mir gerne in die Kommentare. Ich würde mich wirklich sehr freuen.

2 thoughts on “Weißheit aus Wunden? Wieso sich MMler kaum von ihren “Feinden” unterscheiden (Mit Frage an euch)

  1. Wunden=Schatz?
    Das muss vermutlich jeder für sich selbst beantworten. Mit Blick auf mein bisheriges Leben lautet für mich die Antwort/Erkenntnis: Jeder hat schon mal Wunden und Verletzungen erlitten. Der Drang eines Menschen, solche Verletzungen künftig nicht noch einmal zu erleben, kann ein starker Treiber (Schatz?) dafür sein, seine eigenen Talente zu entdecken. Bsp: Nach meiner Erinnerung konnte Manuel Ehrenmann nach eigener Aussage (Mbs) früher nicht mal beim Friseur telefonisch einen termin vereinbaren. Nach meinem Verständnis hat er sich mit seinem Thema (Kommunikation mit anderen Menschen) ständig konfrontiert und somit neue Talente entdeckt, mit denen er heute sein Geld verdient.

    1. Oh je, Ehrenmann. Ich habe ihn nur einmal persönlich gesprochen, höre aber eigentlich nur schlechtes über ihn. Sehr unangenehm war es, als er auf der Straße irgend so eine blöden Schnalle angesprochen hat.

      Sie: “Also diese Typen, die Labern mich immer mit so unglaublich dummen Sprüchen an…”
      Ehrenmann: “Ja, schrecklich, oder?”

      Befeuert ihren Narzissmus noch, meine Fresse. Ich würde die Finger von solchen Tanten lassen.

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