Mir ist gerade in den Sinn gekommen, dass ich schon seit geraumer Zeit nicht mehr über eigene Erfahrungen im Bereich emotionale Gesundheit, und inwiefern ich mit MM-Methoden bis jetzt weitergekommen bin, berichtet habe. Zeit, das nachzuholen.
Eines vorweg: Ich habe das FD seit Ewigkeiten nicht mehr angehört oder angesehen. Das ursprüngliche Versprechen war, dass nach 30-60-90 Tagen ein jeweiliges Modul, wenn man es sich angehört hat, anfängt, im Unterbewusstsein so richtig zu „greifen“, auch, wenn man nicht aktiv mit den Übungen im Programm arbeitet.
Hat sich das für mich bewahrheitet? Ja, in kleinen Teilen. Zwar bin ich mit der Kugelübung oder dem „seinen eigenen Körper fühlen“ bis heute nicht sonderlich auf einer Wellenlänge, weil es aus meiner Sicht schlecht anwendbar ist, aber einige Dinge sind bis heute aktiv.
Hervorheben möchte ich das Prinzip des Colour Anchorings, allerdings mit einer Ergänzung: Um tatsächlich im normalen Leben erfolgreich zu funktionieren, benutze ich es eher als automatische, mit der „automatischen Weiterleitung“ kombinierte. Und ich tue es auch nicht bewusst, sondern eher „automatisch“.
Will heißen: Wenn mich etwas bedrückt – normaler Dauerzustand – oder ich es mit einem heftigen „Kombi-Trauma'“ zu tun habe – ebenfalls Normalzustand – drücke ich es meistens Weg. Manchmal kommen mir dann beim Schreiben oder Lesen, z.B. bei Büchern oder einem Script, dass ich gerade schreibe, Tränen, es löst sich also etwas durch Trauer. Oder aber ich schlafe viel, und wache dann etwas frischer wieder auf.
Nach solchen Momenten – ohne Musik oder ähnliches – kommen mir dann meistens „unter dem Leidensdruck“ positive oder zumindest weniger negative Gefühle hoch. Diese nehme ich dann relativ bewusst wahr, was praktisch Colour Anchoring ohne aktives Colour Anchoring ist. Die Gefühle haben eine Farbe, eine Textur (meist ein Gefühl von mehr Leichtigkeit oder Freiheit), und werden integriert.
Das alles ist dann praktisch Basis für weitere Themen oder noch mehr Trauer, die dann wieder etwas besser verarbeitet werden kann – und natürlich auch für eine allgemeinen besseren Kontakt mit „mir selbst“, meiner Seele, oder wie auch immer man das noch so beschreiben mag.
Ich bin mir auch sicher, dass immer noch so manch anderes im Programm aktiv bei mir wirkt. Das ständige „dagegenhalten“ gegen negative Einflüsterungen – meistens sehr heftige – erzeugt dann natürlich immer wieder den nächsten und den nächsten und den nächsten Schock, Körperkrampf, oder sonstige Trauma-Reaktionen.
Ist eine getrennte Bearbeitung dieser „Bomben“ mit der Kugelübung, oder sonstiger Methoden, dann für mich möglich? Nein, denn dann würde es mal wieder ein Sumpf werden.
Hilft es mir, die wirklich großen Brocken – namentlich Bullying, Mobbing, Gewalterfahrungen und missbräuchliche Beziehungen zu bearbeiten? Im Endeffekt nicht. Das sind Dinge, die sich nur extrem schwierig auflösen lassen – insbesondere, wenn ebenjene Erfahrungen durch die Zeit bei MM noch einmal extrem verstärkt wurden.
So gesehen: Die MM-Methoden haben – irgendwo – ihren Wert gehabt. Ich bin davon überzeugt, dass ich ohne sie heute nicht mehr am Leben wäre. Mit dem kleinen Nebeneffekt, dass sie mir weitere, massive Wunden zugefügt haben.
Im Endeffekt weiß ich auch jetzt – Jahre nachdem ich mich nicht mehr mit neuen Inhalten oder mit den alten Inhalten beschäftigt habe, also aktiv durch das Lesen und Bearbeiten von Programmen oder allgemein MM-Inhalten – ob mir MM genützt oder geschadet hat.
Ich würde es so ausdrücken: Was wirklich unter Umständen heilsam war, war der Kontakt zu Orlando (bürgerlicher Name: Roland H. Bellstedt). Als Vaterersatz, guter Freund, oder was auch immer (O-Ton aus dem MBS-Programm). Kann der Mentor dann nicht mehr das liefen, was man sich von ihm verspricht oder auf ihn projiziert, oder verhält sich dieser missbräuchlich oder weiß einfach nicht mehr weiter, dann bricht in weiten Teilen auch dieser Effekt in sich zusammen, oder verdreht sich sogar ins negative.
Was sich daraus ableiten lässt? Keine Ahnung. Aber ich wollte es mal gesagt haben.