August 21, 2026

Wieder einmal ein schöner Beitrag auf X. Formal bezieht er sich auf Kinder, was er für Männer und ihre Fähigkeit zu heilen bedeutet, dürfte problemlos übertragbar und verständlich sein.

1975 bat der Psychologe Ed Tronick Mütter, etwas Einfaches zu tun: Sie sollten ganz normal mit ihrem Baby spielen und dann zwei Minuten lang einen völlig ausdruckslosen Gesichtsausdruck bewahren.

Die meisten Babys gerieten in weniger als sechzig Sekunden völlig aus der Fassung. Sie zeigten auf Dinge, schrien, streckten die Arme aus – und als keine Reaktion erfolgte, sackten sie in sich zusammen. Dieses Experiment entwickelte sich zu einem der am häufigsten replizierten Versuche der Entwicklungspsychologie.

Es belegte etwas, das Eltern zwar spüren, aber selten beim Namen nennen: Das Spiel eines Kindes ist eine Frage. Zur echten Freude wird es erst, wenn jemand darauf antwortet.

Später untersuchte John Gottman dieses Phänomen bei Erwachsenen und lieferte dazu konkrete Zahlen. Sein Labor beobachtete über Jahre hinweg, wie oft Partner auf die kleinen Signale des anderen reagierten, mit denen dieser um Aufmerksamkeit bat. Paare, deren Ehe Bestand hatte, reagierten in 86 % der Fälle. Bei Paaren, die sich später scheiden ließen, lag die Quote bei 33 %.

Diese Signale wirken oft banal: ein Witz, ein „Schau mal hier“, ein alberner Tanz im Flur. Darauf zu reagieren, dauert nur etwa sechs Sekunden.

Kinder behalten kaum konkrete Erinnerungen aus der Zeit, als sie fünf Jahre alt waren. Was jedoch bleibt, ist das Muster dessen, was jedes Mal geschah, wenn sie Kontakt suchten. Dieser Vater hat gerade eine Investition getätigt, die über Jahrzehnte hinweg Zinseszinsen abwirft.

So. Und jetzt müssen wir uns einige Dinge dringend in Erinnerung rufen, um die Parallelen zur Magick Male-Methode herzustellen.

  1. Die ursprüngliche Version der Methode zielt angeblich genau darauf ab, den tiefsten Seelenkern des Patienten zu erreichen. Und der dürfte relativ kindisch funktionieren. O-Ton Orlando: „Auf deinem emotionalen Teller sind noch Reste, die kommen aus Zeiten, da warst du drei Jahre alt oder so.“
  2. Die ursprüngliche MM-Methode funktionierte ganz klar darauf basierend, dass man in Resonanz mit Orlando (bürgerlicher Name: Roland H. Bellstedt) und der Gruppe im Workshop geht. Weiter extrapoliert, dürfte das auch auf die Community zutreffen.
  3. Was inzwischen passiert ist, dürfte jedermann klar sein.

Dass MM und Orlando das, was sie versprochen haben und was vielleicht auch Orlandos Anspruch gewesen sein mag, nicht erfüllen konnten, weil es eine Mammutaufgabe ist: Geschenkt.

Es sollte aber nicht sonderlich unklar sein, dass das, was bei MM passiert, das genaue Gegenteil ist.

Von Hassmails, die mir hier über die Jahre zugegangen sind, und die wirklich von tiefster Bösartigkeit waren, zu gewissen Teammitgliedern (okay, seien wir mal ehrlich: Es sind so ziemlich alle), die doch tatsächlich in einem Podcast sagen: „Ich habe schon Support-Emails erhalten, die offensichtlich extra an mich geschickt wurden, weil die Leute dachten, ich sei netter, weil ich [entfernt aus redaktionellen Gründen]. Da musste ich mich sehr zusammenreißen, um trotzdem hart zu antworten.“.

Über eine Community, die „Aufmerksamkeit wollen“ und „Schwäche zeigen“ oder so ziemlich alles, was ihnen nicht gefällt, mit bis zur Psychose aggressiv beantworten (das ist keine Übertreibung, sondern in Workshop und Community sehr deutlich zu beobachten).

Bis zu unter Volltrance eingespielten Suggestionen, die Teilnehmer bis an den Rand des Todeswunsches treiben (siehe hier).

Das alles hat einen Scheiß mit „Starke Männer und Frauen, starke Beziehungen“ zu tun.

Es ist das so krasse Gegenteil, dass man nur noch kotzen möchte. Was es aus gewissen weiblichen Teammitgliedern gemacht hat, will ich gar nicht erst erwähnen. Und es ist auch nebensächlich: Die Männer, die zu MM kommen, sind ja die eigentlich Betroffenen und die, die sich da für viele, viele tausend Euro in Trance versetzen lassen, um sich dann von innen zersetzen zu lassen…

Der Satz „du willst zuviel Aufmerksamkeit“ ist, wie man oben sehen kann, sogar bei Erwachsenen hochgradig giftig. Besonders, wenn man sich auf die Fahnen schreibt, besonders tiefe Schichten und besonders tief Dinge wie „Lebenszweck“, „Selbstwertgefühl“ und „geistig-seelische Gesundheit“ erreichen zu wollen.

Dieser Laden gehört geschlossen, oder bis in die Tiefe reformiert. Er ist in seinem aktuellen Zustand schlicht und ergreifend lebensgefährlich.

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