Juni 24, 2026
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Erinnert sich jemand an den Artikel „der Elefant im Raum„, den ich mal vor ein paar Jahren geschrieben habe? Da ging es im wesentlichen um das Thema „Macht abgeben“.

Genau das soll ein Magick Maler ja um jeden Preis vermeiden. Seine „personal power“ und „core strenght“ soll aufgebaut werden, und diese Power soll er oder sie dann dazu verwenden, selbst „aufrecht wie eine Eiche“ zu stehen, und sich durch alle Winde des Lebens tragen zu lassen – oder sie durch durchstehen, oder sonst etwas.

Nun ist es mit diesen sogenannten „Werten“ ja so eine Sache. Sind es wirklich irgendwelche tieferen Richtlinien im Leben, oder doch nur aus Schmerz, Machthunger oder Ignoranz entstandenen Bollwerke? Ich meine, es ist ganz sicher in vielen Fällen letzteres. In Magick Male-Sprache: Es sind unerlöste Themen, und oft nicht viel mehr. Prompt habe ich für diese Aussage dann auch, mutmaßlich vom MM-Team, ein Dislike in einem Beitrag kassiert.

MGTOW spricht die Wahrheit

Nun haben aber schon seit geraumer Zeit Männer aus der MGTOW-Szene, oder natürlich auch schon lange vorher Ekel-Weiber wie Esther Villar, das ganze Spiel ein bisschen weiter analysiert. Sie kamen zum Schluss – aus meiner Sicht, sehr zu Recht – dass der Kaninchenbau noch viel tiefer geht. Im Endeffekt ist nämlich das ganze Konzept des „Keeper and Providers“, des Ernährers und Träger von Verantwortung, bereits sehr dazu geeignet, seine eigene Macht an ein System abzugeben, was mich unter Umständen zerstören möchte.

Ich behaupte auch: Das ganze Männlichkeitsgetue bei Magick Male kommt im wesentlichen daher, dass eben jene Wunde („du bist doch kein richtiger Mann!“) so oft keineswegs aufgelöst wird, sondern vielmehr als toxischer Treibstoff verwendet wird (von den „erfolgreicheren“ MMlern) bzw. sie in den Wahnsinn, in wilde Raserei, in die Selbstzerstörung oder allgemein zu selbstzerstörerisches Verhalten, unter Umständen auch schwere Depressionen und Psychosen treibt (bei den „weniger erfolgreichen“ MMlern).

Genau das wird bei MM aber nie so wirklich erkannt. Wieso man sich denn nun wahnsinnig arbeiten soll oder unbedingt zum Super-Mann werden soll, um Frauen zu beeindrucken, die einen dann nicht einmal wirklich mögen oder schlimmeres, ist dann die andere Frage.

Woher kommen die „Werte“?

Aber woher weiß denn ein Mann, dass er jetzt endlich ein „richtiger Mann ist“? Naja, antwortet Orlando im Foundations-Seminar: „Frag Frauen. Oder achte zumindest auf ihre Handlungen“.

Joah, traditionell mögen Frauen ja die „besseren Seelen“ gewesen sein, In modernen Zeiten sind sie das jedoch nicht. Und vielleicht waren sie es ja auch noch nie.

Auf jeden Fall aber ist das ein Urverrat an dem, was Orlando (bürgerlicher Name: Roland H. Bellstedt) ursprünglich einmal als Workshopprinzip hatte. Da ging es nämlich darum, sich einzig und allein „auf das innere Navisystem“ zu verlassen, dem eigenen inneren Kompass zu folgen. In „die Macht deiner Entscheidung“ gibt es eine Trance, in der es explizit darum ging, dass ja „als Kind alles erlaubt und alles möglich ist“, und dass der Teilnehmer „in den letzten Jahren das Kind-Sein etwas verlernt hat, und der Anschluss an diese Fähigkeiten vielleicht verloren gegangen ist. Aber dass sie jederzeit, wie aus einem Dörnrösschenschlaf, wieder zu erwecken und wieder zu entdecken sind“.

Joah. Nur leider haben das unsere stolzen MMler beizeiten vergessen zu haben, oder nie so wirklich gelebt zu haben.

Und so wurde aus ihnen dann so oft eine schlechte Kopie der Tyrannen von damals.

Traurig.

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