Das Grundprinzip, dass jahrelang in Workshops und allgemeiner Lehre von Orlando* gelehrt wurde, war das sogenannte „Ultra Deep Inner Game“, oder auch „Transformationstherapie“. Es bedeutet zusammengefasst: Alles, was du eigentlich möchtest, ist in deinem fundamentalsten, inneren Wesen bereits angelegt, bis es dann durch äußere Einflüsse „umgelenkt“ oder „von sich selbst abgezogen“ wurde.
Darauf aufbauend gibt es zum Beispiel eine Trance im „FAMP“-Workshop, die Orlando mal das „Urtrauma der Selbstzurückweisung“ genannt hat, oder so ähnlich. In dieser Trance geht man an den tiefsten Punkt zurück, an den der Teilnehmer so denken kann, und was er als die „Urverletzung“ identifiziert, an der der Gedanke „ich bin schlecht“, oder „nicht liebenswert“ geankert wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde, laut der Trance, eine Art Schiene für den weiteren Lebensweg gelegt, der dann von dem Glaubenssatz „ich bin schlecht“ geleitet wurde.
In der Trance identifiziert der Teilnehmer diesen Moment, belegt ihn mit einer anderen Deutung oder dem Glaubenssatz „ich bin gut“, und kommt nun in die Gegenwart zurück, nur diesmal auf dem „neuen“ Lebensweg.
Der Prozess zusammengefasst
Das ist tatsächlich eine der stärksten Übungen, die ich aus seinen Workshops kenne, und war definitiv mein persönliches Highlight. Und es ist eigentlich auch eine gute Metapher für den ursprünglichen „Magick Male-Prozess“.
Nun ist natürlich auch hier mal wieder die große Herausforderung: Was sich auf dem alten Lebensweg sonst immer als akzeptabel oder zumindest „normal‘ angefühlt hat, also alle möglichen unerfreulichen Erlebnisse. Lebensentscheidungen oder Behandlung durch andere, wird nach meiner Erfahrung plötzlich unerträglich.
Andere Menschen, die das angreifen, erscheinen plötzlich wie schlechte Schauspieler, oder einfach nur Arschlöcher. Lebensentscheidungen und Wege, dazu können beispielsweise ein gewisser Berufsweg oder Schullaufbahn, Beziehungen, oder ganz allgemein die Einstellung anderer Menschen zu einem werden, sind auf einmal nicht mehr identitätsstiftend, sondern geradezu toxisch.
Und als wäre das nicht genug, wurde mir Stück für Stück klarer (die Intuition meldet es zurück, was sich zuerst oftmals nur wie eine „wage Ahnung“ anfühlt, das dann in Worte zu fassen oder tatsächliche, erwachene Entscheidungen anzustellen, ist dann nochmal eine ganz andere Sache), was mich zum Beispiel daran hindert, Liebe zu empfinden, oder überhaupt Beziehungen zu anderen aufzubauen.
Interessanterweise etwas, dass Bertram Timms, ein Teammitglied von Magick Male, einmal so auf den Punkt brachte: „Ob ich tatsächlich Liebe verdient habe, dass ist ein Thema, an dem ich immer noch sehr stark zu arbeiten habe“ (so oder so ähnlich).
Fallstricke
Die Themen, die sich dann in den Weg stellen, sind enorm. Lustigerweise ist die erste Reaktion oder Handlung der Selbstbehauptung dann erstmal oft etwas, dass man als „wild herumbrüllen“, oder „jammern“, bezeichnen kann. Ich wiederhole es immer wieder und wieder: Will man Traumata auflösen, die meistens von Natur aus „kindisch“ sind, da sie ja in diesem Alter geankert wurden, dann ist der natürliche Ausdruck eines solchen Themas natürlich auch erstmal „kindisch“, kindlich, oder wie auch immer man das nennen möchte.
Das ist dann oftmals so, als stünde da eine Wand in einem, die beinahe undurchschreitbar ist. Ich kenne das als Zittern, Dissoziation, oder einfach nur die ganze Zeit wie ein Stein umzufallen und einzuschlafen, weil die Intensität eines Themas so erstaunlich hoch ist. Eine Beschreibung, die das ehemalige Teammitglied Mia Lanze sehr ähnlich in einem Feel Different-Modul wiedergegeben hat.
Das erklärt auch, wieso Entscheidungen in einem solchen Prozess unglaublich schwierig sind. Oder Entscheidungen getroffen werden, die sich erstmal komplett komisch anfühlen. Frei nach der Aussage von Magick Male / Orlando: „Wie oft habe ich schon Entscheidungen getroffen, die im ersten Moment komplett absurd wirkten, sich aber viele Jahre später doch als richtig erwiesen haben“? (sinngemäßes Zitat)
Und das ist nur ein Funken dessen, was es dazu zu sagen gibt.
Was ist das Ergebnis?
Das Idealergebnis ist aus meiner Sicht, zu werden, was ich ohne diese Beeinflussungen geworden wäre, oder wie jemand, der diese Beeinflussungen erfolgreich gemeistert hat. Ich für meinen Teil wäre wahrscheinlich so etwas wie ein Abenteurer geworden, der viel in der Natur ist und mit Freunden eine tolle Zeit erlebt – zumindest ist das mein Idealbild.
Außerdem wäre ich ein „passiver Krieger, der Bullies aller Art erkennt und sich von ihnen nicht kriegen lässt.
Für andere mag es etwas anderes sein.
Nur: Was ist, wenn dieser Typ im aktuellen gesellschaftlichen Umfeld nicht gewünscht ist? Was ist, wenn die Konformität etwas anderes verlangt?
Orlando, und auch viele andere Coaches, sagt dazu ganz klar: Na und? Mach dein eigenes Ding, geh deinen eigenen Weg – egal, was alle sagen. Interessanterweise sehe ich davon in der MM-Community jedoch nicht sehr viel, und wenn, dann kommt es zumindest im MM-Mainstream nicht sehr oft vor.
Nicht umsonst gibt es seit langem keinen „Lebenszweck-Workshop“ (originaler Name dieses Moduls: L.I.V.E. – Lebenszweck * Intention * Vision Erfüllung) mehr. Er wurde offensichtlich einfach nicht gebucht, und Big O. fand auch, dass sich offensichtlich niemand so richtig auf das Thema einlassen wollte.
Doch wie sieht das praktisch für viele aus?
Wo sind die „positiven Beispiele“ und Vorbilder?
Eine der wenigen Personen bei MM, die mal präsentiert wurden, war Sven – der Teilnehmer, der vorher jahrelang in einem PDF zur Sedona-Challenge als „Anti-Beispiel“ erwähnt wurde, weil er sich nachts in die Wüste geschlichen und dort übernachte wollte – angeblich sehr gefährlich. Orlando’s Ehefrau, die auch auf dem Workshop mit dabei war, hat ihn daraufhin – laut Erzählung von Orlando – aufs übelste beschimpft.
Doch einige Jahre später war dann genau dieser Sven zentraler Bestandteil eines Podcasts zum Thema „wilder Mann“, inklusive eines Video-Interviews. Sogar eine ausführliche Einleitung vom Meister höchstpersönlich war mit dabei – geradezu mythisch wurde der Vorfall vom ihm wiedergegeben. Ein richtiger, wilder Mann, der mal die Natur so richtig spüren wollte, war Sven jetzt angeblich.
Aber: Wer etwas zwischen den Zeilen lesen konnte, der konnte heraushören, dass es Sven mutmaßlich gar nicht gut geht. Im Interview sprach er es meiner Erinnerung nach sogar sanft an, auch wenn er sich alle Mühe gab, wild und verwegen zu wirken.
Später schrieb mir mal ein Teilnehmer per Telegram, es sei das Gerücht umgegangen, dass Sven später in der MM-Community einen Betrug an anderen Teilnehmern geplant hätte.
Eine Erfolgsgeschichte? Hat die Transformation auf dem Sedona Workshop, und das auflösen all dieser Themen – inklusive offensichtlich eines recht heftigen, dass Sven anscheinend während des Video-Interviews hatte?
Offensichtlich nicht. Oder zumindest hat ein ganz massives Thema Sven Jahre später ziemlich zugesetzt.
Ein weiteres Beispiel: Chris C.
Normalerweise gehört es sich nicht, private Gespräche wiederzugeben. In diesem Fall mache ich mal wieder eine Ausnahme, weil es einfach zu wichtig ist, um einfach so übergangen zu werden.
Erstaunlicherweise erhielt ich heute (2. Januar 2026), als noch nur der Name und „Fortsetzung folgt“ hier stand, einige, sehr lange Emails von jemandem, der sich wohl angesprochen fühlte. Die Mails habe ich dann nur überflogen… ein paar ausführliche „Belehrungen“, einige Drohungen („Magick Male hat deine IP-Adresse“…). Oh, du meine Fresse.
Er ist einer der Poster im Forum, der mit noch relativ guten und ausführlichen Beiträgen auffiel, wenn er denn mal etwas geschrieben hat. Zum Beispiel hat er laut eigener Aussage mal ein Online-Pokertournier mit Hilfe des „Gesetzes der Anziehung“ gewonnen, und er hat sich auch schon mal kritisch über die Community geäußert.
Einige Zeit hatte ich ihn nach Blogstart in Telegram und habe lange mit ihm gechattet. Aber es ist dann schnell gekippt („deine Opferrolle ist unerträglich!“), und auf die Frage hin, ob seine Ideologie ihm wichtiger wäre als Menschen, wurde er dann sehr ausfällig und hat mich kurzerhand geblockt. Extrem verletzend, zwischenmenschlich einfach nur eklig.
Liegt es an mir, dass kein tieferes Gespräch möglich war? Schon gar nicht über Emotionen? Ich vermute, nein. Denn er ist mutmaßlich (!) der Kommentator, der sich dann hier sehr ausführlich zum Thema MM-Prozess, Kugelübung und „Opferrolle“ „geäußert“ hat.
Freilich brach der Austausch dann sehr schnell ab, als der Gastautor des Artikels sich einklinkte. Typisch Magick Male: Es geht ausschließlich ums dominieren, und zwar um jeden Preis; einen echten Austausch gibt es nicht.
Aber zurück zum eigentlichen Thema: Wo „stand“ der gute Mann denn so? Im Telefongespräch mit mir wirkte er vor ein paar Jahren sehr erledigt, nachdenklich, eher gedrückt. Er erzählte mir von einem Investment in einen Bio-Energydrink, das gescheitert war, und das auch nach einer erfolgreichen Klage vor Gericht wohl ein ordentliches Loch in seine Kasse gerissen hatte.
Und auch sonst bezeichnete er Frauen, die in Beziehungen Drama machen, mit gegenüber als „Absturzollen“, und ähnliche Scherze. Hört sich wirklich nach einem Mann mit tollen Beziehungen und einem magisch-schönen Leben an, voller „reifer Maskulinität“, wie es Orlando mal so schön zum Ziel erklärt hatte. Da ist dann auch zwischen Männern kaum ein ehrlicher Austausch oder gar eine tiefere Freundschaft möglich.
Kurz: Das ist alles, aber kein Vorbild. Und auch zwischenmenschlich war sein Verhalten das eines gewöhnlichen, inzwischen relativ abgewrackten „Mobbers“, Spötters, oder wie man sonst zu diesen pseudocoolen und unglaublich destruktiven Gestalten so sagt, die man manchmal als Arbeitskollegen, manchmal als Kneipenprolls, und sehr häufig im Internet antrifft.
Dabei gehörte er noch zu den Teilnehmern, die am reflektiertesten und vernünftigsten wirkten. Leider weit gefehlt. Die Maske ist dann sehr schnell gefallen.
Wie es eigentlich sein sollte
Ich stelle also fest: Die meistens Magick Maler, die ich kenne, diskutieren überhaupt nicht über den Prozess, das eigentliche Kernding, um das es sich bei Magick Male angeblich dreht. Tun sie es doch, endet es oftmals in Klugscheißerei oder pseudoautoritärem Gehabe.
Es ist schon viel geschrieben worden über die gefühlten 10.000 Arten, wie sich Toxizität ausdrücken kann. Dass es in so einem Umfeld sehr schwierig ist, die geforderte „tiefe innere Arbeit“ zu leisten, sollte offensichtlich sein.
Aber wie sollte es eigentlich wirklich sein, wenn Magick Male seinen eigentlichen Zweck so erfüllen würde und so funktionieren würde, wie es sinnvoll wäre? Wie sähe eine Community, die einigermaßen im Sinne dessen, was Orlando vorgibt, überhaupt aus?
Aus meiner Sicht, ungefähr so.
Die oberste Stufe: Die erfahrenen, „fortgeschrittenen“ Teilnehmer
Sie wären im Endeffekt der stabilisierende Hauptpfeiler der ganzen Sache. Orlando sprach oft davon, dass irgendjemand „die Fackel weiterreichen“ muss, und als eingeweihter Teilnehmer, der den „Prozess“ durchlaufen hat.
Diese Mitglieder der Community sollten zumindest einigermaßen frei von Megabomben sein, die sie daran hindern, anderen ein Gefühl von Ruhe und Stabilität zu geben. Sie wären praktisch die „großen Brüder“ der Gemeinschaft, an die sich Ratssuchende vertrauensvoll wenden können, wenn es ihnen nicht gut geht. Dabei sollten sie gesunde Mitmenschlichkeit ausstrahlen, weder halbreligiöse „Menschen-Retter und Heilige“, sondern eben einfach nur vernünftig und bis zu einem gewissen Grad warmherzig.
Allzu sadistisches Herumgehacke im Sinne von „Opferrolle“ sollte nicht ihre Haupteigenschaft sein. Denn, seien wir doch mal ehrlich: Wer hatte noch nie Liebeskummer?
Welcher Mensch mit Lebenserfahrung hat nicht erlebt, wie sehr gewisse Erfahrungen oder Umbrüche im Leben – sei es der Verlust des Arbeitsplatzes, Stellung in der Gesellschaft – ein Gefühl von Hilflosigkeit, oder Desorientierung, oder ein ständiges Auf und Ab der Gefühle produzieren können?
Orlando war sich dessen ursprünglich sehr wohl bewusst. Ein ganzes Programm, nämlich das „Mich Zurück Gewinnen“, beschäftigt sich damit, sowie große Teile seiner ursprünglichen Lehre. Begriffe wie „Meltdown“, „Transformation“ etc. kommen genau aus dieser Richtung, und Werke wie der oft zitierte „Eisenhans“ erwähnen ausführlich Phasen wie „den Weg der Asche“, „den Weg der Küche“ (nach meinem Verständnis beschreibt das „Dienst oder Service leisten, und sich durch Arbeit erden“), oder auch den Weg des Feuers (Wut, Aggression und Ärger).
Kurz: Sie wären die „Väter ehrenhalber“, wie er es im „Mann-Bewusst-Sein“ Programm nennt.
Was stattdessen wirklich ist: Diese Männer scheint es kaum zu geben. Der gewöhnliche „Magick Maler“, also der, der gerne große Töne spuckt und sich für besonders wichtig hält, ist nicht in der Lage, so auf Ratssuchende einzugehen, und scheint es auch gar nicht zu wollen.
Er entspricht eher dem, was Orlando früher so gerne als „Ich bin das Alpha-Männchen… Oder?!“ bezeichnet hat. Und zwar in dem Sinne, dass er sich und anderen scheinbar immer wieder beweisen muss, dass er tatsächlich der größte Quälgeist auf dem Spielplatz ist, und jede sich irgendwie bietende Gelegenheit nutzt, um endlich mal wieder beweisen zu können, dass er den größten Schwanz hat.
„Narzissmus, im Grunde genommen“, um mal wieder mit Orlando zu sprechen. Was auch im Rahmen okay ist, aber nicht zu sehr den ganzen Charakter erfüllen sollte.
Diese Kategorie Teilnehmer scheint sich in einer Dauerkrise aus Themen und Belastungen zu befinden, die sie dann permanent durcheinander bringen, destabilisieren, oder noch härter: In diesen permanenten „Ekel-Modus“ versetzen, der sich so oft beobachten lässt.
Zusammengefasst: Sie sind oft ungefähr so zu kategorisieren, wie es Gastautor Müller mal so formuliert hat:
Diejenigen, die sich im MagickMale-Kosmos bewegen, wirken auf mich in den allermeisten Fällen nicht wie Menschen, denen geholfen worden ist, sondern wie Menschen, die ziemlich tief in der Scheiße stecken, die sich aber wie Orlando eine Traumwelt zurechtgebaut haben, in der sie die Größten sind. Sobald diese Leute ähnlich wie Orlando überheblich über den Rest der Welt vom Leder ziehen, kommt mir das kalte Kotzen.
Und das ist gefühlt immer noch um den Faktor 10 untertrieben. Zehnerpotenz halt 😁
Die „Externen im Team“: Im weitesten Sinne die Supporter, oder das Magick Male-Team um Orlando selbst herum
Diese sollten das die Wacher der Community sein, die wie Adler das ganze von oben kontrollieren. Mehr noch als die „großen Brüder“ und „Väter ehrenhalber“ sollten sie – ohne den Teilnehmer zu verurteilen – die Dinge von der Position des „Dritten“ heraus beobachten, und entsprechend des Zustandes des Teilnehmers heraus anleiten und einigermaßen auf sie zugeschnittene Empfehlungen geben.
Selbstverständlich sind diese in diesem Modell ein wenig distanzierter und nicht ständig präsent. Ein Beispiel wäre hier das, was bei Scientology – zumindest in der Theorie – die „Kontrollinstanzen“ sind, die dafür sorgen, dass der Laden nicht auseinanderfliegt, und Teilnehmer in Situationen, in denen sie durch ein Thema gehen, zumindest ein wenig in Schutz nehmen und gegebenenfalls eingreifen, wenn die Dinge ein wenig aus dem Ruder laufen.
Wie es stattdessen ist: *hust* *hust* *hust*
Die kommerziellen Workshop Angebote, und Produkte
Natürlich nützen viele Dinge relativ wenig, wenn der zentrale Baustein nicht mit dazukommt: Orlando und seine Workshops, Trancemethoden und was es da noch so alles gibt, die für gewisse emotionale Prozesse unerlässlich scheinen. Ursprünglich gab es ja 5 Workshops (FAMP, Selbst-Bewusst-Sein, L.I.V.E. zum Thema Lebenszweck, Charisma Workshop, Sedona). Wirken sollen all diese Module in Synergie, mit Sedona als das „besondere etwas“ für den ultimativen Anschluss an sich selbst. Diese Workshops alle hintereinander zu besuchen ist nicht immer die beste Lösung, wie ich von einem Teilnehmer weiß, der sich sogar verschuldet hat dafür, aber dass jeder für sich alleine gesehen einiges auslöst, ist klar.
Ohne hier aber zu polemisch sein zu wollen oder fiese Vergleiche, erinnere ich mich hier an etwas, dass ich auf einer Aussteiger-Seite für Scientologen gelesen habe: Sie beschreiben, durch die dort angebotenen „Sitzungen“, Auditings usw. nur 2-3 echte „Wins“ (also Erfolge gehabt zu haben.
Etwas ähnliches habe ich bei Magick Male beobachtet. Einzelne Inhalte mögen indirekt wirken (siehe Feel Different), von den Workshops und Programme habe ich aber nur einzelne, massive Erlebnisse so richtig in Erinnerung behalten. Diese waren dafür umso bemerkenswerter.
Von der Heranführung an Intuition im MZG Kurs, über den doch sehr schmerzhaften und verwirrenden SBS, über den FAMP mit seinem sehr intensiven Samstagabend und Anschlusstrance am Sonntag, die mich zwar gefühlt beinahe in die dauerhafte Psychose getrieben haben, aber wahrscheinlich unerlässlich waren, gibt es einige Erlebnisse, die ich so nur durch eine funktionierende Community oder ähnliches ganz sicher nicht erlebt hätte.
Sie würden eine Art“ Extrapfeiler“ bilden, und dem Teilnehmer immer zur Verfügung stehen, wenn er genug Knete auf der hohen Kante hat.
Die „gewöhnlichen Kunden“
Das wäre dann sozusagen die Laufkundschaft. Sie möchten in einem bestimmten Unterbereich etwas für sich tun, haben aber keine große Lust darauf, komplett in die „Magick Male Welt“ abzutauchen. Nach einer Trennung suchen sie sich vielleicht Stütze bei einem Programm wie „Mich Zurück Gewinnen“, lernen dort ein wenig über Intuition oder die Kugelübung für kleineres, akkutes Themenzeugs, und gehen danach mehr oder weniger in ihr normales Leben zurück.
Da MM relativ klein ist, wäre es wohl schwierig, daraus viel Geld zu machen. Eine etablierte Marke dagegen könnte genau daraus vielleicht als „Brot und Butter“-Kunden den Hauptanteil der Einnahmen erzielen.
Und: Entsprechende Produkte könnten Mithilfe der Community (den erfahrenen Teilnehmern) entwickelt werden, die aus ihren Erfahrungen wertvollen Input bieten, der dann wieder in die Produkte mit einfließen könnten. Beispielsweise, wie man mit schwierigen Situationen im „Prozess“ umgehen kann, welche Querverbindungen sie bei gewissen Themen sehen bzw. erlebt haben („ich merke, dass das Thema ‚Hole in the heart‘-Theorem mich irgendwie an das Thema Lebenszweck ranbringt – kennt ihr das auch?“), oder „ich habe das Gefühl, dass es mir immer schlechter geht, je mehr ich kugle – was tue ich?“).
So könnten die „Pioniere“, die „Hardcore MMler“, die sich ohne diese Stütze durchgekämpft haben, diesen „Fly-by Kunden“ einiges an Stress und Unsicherheiten ersparen. Vielleicht sogar schlimmeres.
Wie ein geheiltes – und heilendes – Umfeld aussieht
Ein Zitat, was ich heute gelesen habe, gibt es sehr gut wieder:
Das deutlichste Zeichen dafür, dass jemand wirklich tiefgründige Seelenarbeit geleistet und seine Heilung nicht nur intellektuell betrachtet hat, ist, wenn er in der Lage ist, dich in einer schmerzhaften Erfahrung zu begleiten, ohne zu versuchen, sie zu lösen oder ungefragt Ratschläge zu erteilen.
Wenn wir vorschnell Ratschläge geben oder intellektuelle Antworten anbieten, signalisiert das: „Ich fühle mich unwohl mit deinem Schmerz und habe das Gefühl, ich müsste dich aufmuntern, damit es mir selbst gut geht.“
Wenn du dich wirklich intensiv mit deinen schmerzlichsten Gefühlen auseinandergesetzt hast, erkennst du, dass die beste Medizin eine Beziehung ist, in der Präsenz und Empathie aufeinandertreffen.
Wenn jemand in Stille mit dir ausharren kann und es heilsam wird, dann liegt es daran, dass er selbst diese Erfahrung ebenfalls gemacht hat.
(Quelle: X / @lauramatsue)
Fortsetzung folgt
Fußnoten
* Ich nenne ihn in diesem Artikel, aus Respekt, bewusst bei seinem Bühnennamen